about 2018-07-20T13:31:57+00:00

Andrey Phi wird 1984 als Andrey Alexandrovich Förderov in der Peripherie Krasnojarsk (Sibirien) geboren. Zu dieser Zeit arbeitet die Mutter als Journalistin für Zeitung und Fehrnsehn, der Vater als Tiermediziner. Der Bruder vervollständigt 1989 die Familie.

Eigenständigkeit und Miteinander der Menschen auf dem Land, das stille beobachten der Natur und die grenzenlose Freiheit, ungebunden an jegliche Konventionen, prägen den Künstler bis heute.

Die Schönheit der Taiga, die Stärke der Flüsse, unendliche Weite der Steppe und die Vielfalt der Jahreszeiten werden zu seinem persönlichen Kosmos und prägen die ersten Jahren seines Leben. Schon sehr früh erkennt der Junge die bestimmende Verbindung zwischen Mensch und Natur.

Der Zusammenbruch der Sowjetunion und der langersehnte Wunsch zu dem Ursprungsland ihrer Wurzeln zurück zu kehren, bewegen die Familie des Künstler Mitte der 90er Jahre nach Berlin zu ziehen. Mit neun Jahre wird aus Andrey Alexandrovich Fedorov auf anraten der Behörden Andreas Altvater (Geburtsname seiner Mutter).

In der neuen Heimat angekommen, ist multikulti seine neue Realität. Berlin sind für ihn mächtige Häuser Meere, Doppeldeckerbusse, Behördenbesuche und glitzernde Fußböden in der Bahn. In seiner Klasse ist die Lehrerin die einzige Muttersprachlerin, die Alltags Problematik Berliner Schulen werden Teil seines Schicksals. Damit der Junge nicht zerbricht fördert die Mutter seine Talente und schickt in zum außerschulischen Kunstunterricht, mit 13 Jahren verkauft Andrey Phi sein erstes Bild, eine Landschaft Erinnerung an Sibirien.

Berlin befindet sich zu dieser Zeit im Umbruch, hinter der Bernauer Straße bröckeln die Fassaden, Straßenkünstler übernehmen die Stadt, Berlin wird zur neuen Hauptstadt.

Andrey Phi’s Freundeskreis lässt keine Nation aus, auch er ist bunter geworden. Der Jugendliche lässt keine Gelegenheit sich in unterschiedlichsten Kunstformen auszuprobieren und provoziert mit seinen Bildern seine Mitmenschen. Außerdem schreibt er Gedichte, Liedtexte und macht Skulpturen. Die Videokamera Hi8 wird zu seinem neuen Spielzeug.

Sein drittes Auge begleitet ihn für die nächsten 13 jahren und haben bei dem Künstler  deutliche Spuren hinterlassen. Als selbständiger Kameramann für diverse TV- Sender, Musikbands und große Unternehmen reist Andrey Phi durch die ganze Welt. Durch die Linse der Kamera sieht der Künstler in die Seelen vieler Menschen. Hollywood bis HartzIV – er trifft auf die Stars dieser Welt, wo alles funkelt und glitzert, genauso wie auf Menschen am Abgrund der Gesellschaft, pervers, kriminell, kaputt.

Es ist nicht alles schön was man im Fernsehen sieht. Wer Fernsehen macht, guckt keins”  ist einer seiner Aussagen “Erstens hat man keine Zeit und zweitens ist meistens auch kein Inhalt zu erwarten.”  Doch die Begegnungen mit den unzähligen Menschen lassen ihn wachsen. Die Gespräche wenn die Kamera aus geht, sind oft nicht die, die man im schwarzen Spiegel (Black Mirror) sieht.

(Text: L.L.Rastol)

Gallerie Makowsky “Inerior meets Art“